Nota critica

Schon der Titel des zweiten Gedichtbandes von Lisa Elsässer zeigt, mit welcher Leichtigkeit sie durch scharfe Zeilenbrüche feinste Unschärferelationen herstellt und in genauen Fügungen «das zittern / von einem ton zum andern» hervorruft. Wie in den «reusswellen» bewegt sich das lyrische Ich im Wort immer wieder «gegen die trift». Erinnern wird Entdecken: «nichts was nicht schon / da gewesen jedes mal / wie neu». Die Schweiz, nein: die deutsche Sprache, hat eine neue grosse Lyrikerin. Ob und darin, der erste Gedichtband (edition pudelundpinscher, 2008), liess es erahnen, nun steht es fest. (Daniel Rothenbühler)